Nizza - Wo Engel baden gehen
04.06.2004 von Toddy

Die berühmte "Promenade des Anglais" zieht sich am Meer entlang und verbindet das erholsame Leben am Wasser mit dem geschäftlichen Treiben in der Stadt. Diese Gegensätze, die durchaus anziehend wirken, bestimmen das Leben in der südfranzösischen Metropole.

Die Promenade an der "Baie des Anges", der Bucht der Engel, ist gleichzeitig die Bühne der Stadt. Dort drehen sportliche Inline-Skater, Radfahrer oder Jogger ihre Runden unter dem blauen Himmel und Flaneure lassen ihre Blicke schweifen. Von hier oben hat der Müßiggänger auch eine gute Aussicht auf die Strände, wo sich die Körper in der Sonne aalen.

Die öffentlichen Strandabschnitte sind für jedermann zugänglich, an den privaten ist ein Obolus für eine Liege zu entrichten. Dafür bieten sie eine Infrastruktur, die von Duschen über gekühlte Getränke bis hin zu einer warmen Mahlzeit reicht. Viele Schwule trifft man an der "Castel Plage" am Fuße des Schlossberges. Für eine Liege, die den Aufenthalt am Kieselstrand etwas angenehmer macht, sind hier 13 Euro fällig, für weitere 4 Euro gibt es einen Sonnenschirm dazu.

Wer am Strand etwas mehr als Blicke austauschen möchte, nimmt den malerischen Weg durch die Klippen, der hinter dem Hafen, gegenüber dem "Jardin Felix Rainaud", an der Küste entlangführt und ein herrliches Panorama des Mittelmeeres bietet. Am Ende wartet ein Terrain mit Felsen, Kakteen und Büschen, auf dem man sich nackt sonnen und bei Gefallen näher kommen kann.

Wer ein Auto zur Verfügung hat, kann zwei Kilometer hinter Eze-sur-Mer (Parkplatz in der Kurve hinter dem Hotel "Cap Estel") oder zwischen Golfe-Juan und Cannes (Bushaltestelle "La Batterie") zwei weitere belebte schwule Strände finden.

Als fünftgrößte Stadt Frankreichs hat Nizza aber auch jede Menge Kultur zu bieten. das Museum der modernen und zeitgenössischen Kunst besticht durch seine außergewöhnliche Architektur und zeigt französische und amerikanische Avantgarde. Ein Traum in Barok ist hingegen das Palais Lascaris aus dem 17. Jahrhundert mit seinen prachtvollen ausgestatteten Gemächern. Hier sind wir dann auch schon in der Altstadt angekommen.

Neben den üblichen Touri-Läden entdeckt das aufmerksame Auge beim Bummel auch schwule Boutiquen, wie das "Engrenage" in der 3, rue Francis Gallo. Zum Mittagessen bietet sich das kleine Restaurant "Acchairdo" /38, rue Droite) an, in dem auch viele einheimische die traditionelle Küche des Mittelmeeres zu vernünftigen Preisen goutieren.

Nizza verfügt über eine erstaunliche große Zahl an Schwulenbars, von denen einige rund um den Hafen zu finden sind. Für eine Tour durch die Kneipen sollte man allerdings ein wenig mehr Geld einstecken als in Deutschland, da die Getränke in der Szene relativ teuer sind (0,25l Bier ab 4 Euro aufwärts).

Absolut in ist die schicke Bar "Le Six" in der rue de la Terasse. Schon die raffinierte Beleuchtung am Tresen sorgt für ein angenehmes Ambiente. Und wer will, der kann sich seines Tischtelefones bedienen, um mit den anderen Gästen diskret Kontakt aufzunehmen.

Eine Institution an der Côte d´Azur ist die Disco "Blue Boy Enterprise" (9, rue Spinetta), die ihre Abende regelmäßig unter ein bestimmtes Motto stellt. Ein paar Ecken weiter beweist "Le Klub" (6, rue Halévy), dass auch die Franzosen etwas von Techno, Trance und House verstehen - absolut zu empfehlen.

Von den beiden Diskotheken gelangt man nach wenigen Metern wieder ans Meer. Nur die Palmen schauen zu, wenn der Nachtschwärmer auf dem Weg ins Hotel ein nächtliches Bad nimmt und feststellt: Am nächsten Tag wird die Sonne wieder dafür sorgen, dass die Menschen hier eine Spur fröhlicher und entspannter sind als zu Hause. Savoir vivre eben

Tipp: Günstiges schwules Hotel "Meyerbeer Beach" in der 15, rue Meyerbeer
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